Presseartikel vom 09.05.2007  Goslarsche Zeitung

 

Mit Prävention gegen „Rattenfänger“

 

Niedersächsisches Landesamt für Verfassungsschutz informiert im Kaisersaal – Themenbereich Rechtsextremismus

 

VIENENBURG. „Es ist spannend, sich mit Rechtsextremen auseinanderzusetzen und ihnen ihre schlechten Argumente um die Ohren zu hauen.“ So appellierte Maren Brandenburger, Sprecherin des Niedersächsischen Landesamtes für Verfassungsschutz, an die Vienenburger, dem Rechtsextremismus Paroli zu bieten.

 

Maren Brandenburger sowie ihr Kollege Wolfgang Freter, Dezernatsleiter Rechtsextremismus beim Landesamt für Verfassungsschutz, waren auf Einladung des CDU-Stadtverbands in den Kaisersaal gekommen, um über Rechtsextremismus zu referieren. Brandenburger warnte davor, Rechtsextremisten „zu verteufeln, sie als Witzfiguren darzustellen“. Vielmehr müsse es darum gehen zu fragen, warum ist fremdenfeindliches Denken in der Gesellschaft attraktiv, wie können wir die Defizite beseitigen, die die NPD versucht, in der Gesellschaft zu füllen.

 

Kein Führerkult mehr

 

Bei der NPD gehöre der „bierselige Führerkult einer Altherrenveranstaltung“ der Vergangenheit an sagte Freter. „Es folgt seit Mitte der 90er Jahre ein Wandel: Weg vom Nationalsozialismus, hin zu aktueller Ansprache. Die NPD versucht, Jugendliche bei ihren Themen abzuholen“, ergänzt er. Musik spiele dabei eine immer stärkere Rolle. Die Partei stellte Lieder mit rechtsextremistischen Texten für eine Schulhof-CD zusammen. „Das war von denen vorher geprüfte Musik, die haarscharf an der Grenze des Strafrechts vorbei ging.“ Die NPD produziere zwar keine rechtsextreme Musik, bediene sich aber ihrer.

Die Partei sei stark präsent bei öffentlichen Veranstaltungen. „Ihre Strategie ist es, dort Paroli zu bieten und alles in Frage zu stellen. Seien Sie also vorbereitet. Sie versucht sich als ganz normale Partei zu geben, die sich mit Themen von Hartz IV bis Globalisierung auseinandersetzt“, fügte Brandenburger an.

 

„Den Geist weitertragen“

 

Auch NPD-Parteimitglieder waren im Saal vertreten, Patrick Kallweit meldete sich zu Wort. Er setzte zu einer Erklärung an, in deren Verlauf er die Denkweise unterschiedlicher Wertigkeiten von Menschen dokumentierte, die die Verfassungsschützer zuvor als charakteristisch für Rechtsextreme bezeichnet hatten. „Ein Deutscher ist mir lieber als ein Schwede, ein Schwede lieber als ein Russe, ein Russe lieber als ein Äthiopier“, bekannt er, erzählte noch, dass er demnächst eine ungarische Studentin beherbergen werde und wollte noch Fragen an Brandenburger stellen. Diese beantwortete Brandenburger nicht: „Wenn Sie mir sagen, dass Sie auch einen Äthiopier beherbergen, dann diskutiere ich gerne wieder mit ihnen.“ Tosender Applaus begleitete ihren Konter.

Das inoffizielle Schlusswort setzte Wiedelahs Ortsratsmitglied Markus Schlimme, der um Gehör bat: „Wir sollten den Geist der Veranstaltung weitertragen.“ Denn das ist genau der Punkt. Brandenburger: „Aktionen gegen Rechtsextremismus müssen stetig sein, und die Auseinandersetzung darf sich nicht auf bestimmte Personen fokussieren. Wichtig ist die Prävention. Wir müssen mit besseren Argumenten auf Jugendliche einwirken, damit sie nicht auf die Rattenfänger reinfallen. Wir müssen die Mühsal aufnehmen, der NPD die Argumente aus der Hand zu fegen.“

 

 

Gegendarstellung vom 05.05.2007 Goslarsche Zeitung

 

Irritationen um einen Platzverweis

VIENENBURG.

Im Bericht in der GZ am Donnerstag über das Vienenburger „Projekt für Toleranz und Demokratie“ hieß es, dass einigen Vertretern der NPD nach deren Versuch, ein Plakat zu entrollen, von der Polizei ein Platzverweis ausgesprochen worden sei. Dies entspricht nicht den Tatsachen. Wie auch die Polizei bestätigte, haben die NPD-Vertreter von sich aus den Platz verlassen.

 

 

Presseartikel vom 03.05.2007 Goslarsche Zeitung

 

Fußballspiel mit "hohen Herren"

und Karate-Kursus

 

 

Vienenburger Projekt für Toleranz und Demokratie „ProTo“ engagiert sich gegen Rechts und macht Jugendlichen Sportangebote

 

Lochtum. Sie wollen engstirnigem und fremdenfeindlichem Gedankengut, das seit dem Einzug der NPD ins Vienenburger Stadtparlament zunehmend auf subtile Weise an Jugendlichen heran getragen wird, durch Fairness und Bewegungsangebote entgegentreten: „ProTo“ steht für das Vienenburger Projekt für Toleranz und Demokratie. Und „Proto“ hatte  unter  dem Motto „Unsere Jugend macht sich stark und beweglich, bleib cool und wird nicht überheblich“ zu einer Sportveranstaltung auf den Lochtumer Sportplatz und ins Schützenhaus eingeladen.

Unter Federführung des Vienenburger Jugendzentrum mit Stefan Stark und Karin Zaremba stand  erst mal ein ungewöhnliches Fußball-Match auf dem Programm, bei dem eine Stadtratsauswahl gegen ein Team von Jugendlichen antrat. “Die Jugend soll dadurch auch  ein wenig die Angst vor den so genannten hohen Herren verlieren, denn die sind ebenso Teil der Gesellschaft wie alle anderen Bürger auch“, meinte Ratsherr Lutz Schröder, der Mitglied im Jugendausschuss der Stadt an der Organisation der Veranstaltung beteiligte.

Mit 4:2 besiegten die älteren Semester schließlich die jüngeren Kicker, „aber nur weil zwei Jugendliche bei uns in der Mannschaft mitgespielt haben und uns hervorragend unterstützten“, betonte Schröder. Während des Spiels versuchten Vertreter der NPD ihr Plakat zu entrollen. Doch die Polizei war schnell zur Stelle und sprach einen Platzverweis aus, um ein Eskalieren der Situation zu verhindern.

„Es geht bei unserer Aktion darum, die jungen Leute von der Straße zu holen“, erklärte Karate-Meisterin Tatjana Mittendorf vom Zentraldojo Nordharz in Weddingen ihr Mitwirken bei der Veranstaltung. Mit „Mai-Geri“ (Fußtritt), „Oi-Zuki“ (Fauststoß) und anderen Übungen gab die Sportlerin den Jugendlichen in einem Schnellkursus Einblick in die Grundkenntnisse von Karate und Selbstverteidigung. Michael Böhm, der dritte Organisator in Sachen „ProTo“, übernahm schließlich die Aufgabe, im Schützenhaus den Umgang mit Lasergewehr, Bogen, Luftgewehr und Luftpistole zu erklären.

 

GZ vom 03.05.2007

 

 

 

 

Presseartikel vom 17.04.2007 Junge Szene

 

 

Fans stürmen die Bühne

 

Musik von Rock bis Punk gab es am Samstag im Dorfgemeinschaftshaus Lochtum auf dem „Demrockkratie“-Konzert zu hören. Organisiert hatte es Stefan Stark, zurzeit Praktikant im Jugendzentrum Vienenburg. „Wir erwarten ungefähr 200 Besucher“, sagte er im Vorfeld. Trotz der geringeren Besucherzahl von knapp 100 Gästen gelang es den anwesenden Bands, für mitreißende Stimmung zu sorgen.
Am Start waren die Bands Daily Milk, Paroxysm of Society, Die Reiszwecken, Getting East sowie Hangmans Reputation und Stairway. Schon vor Konzertbeginn wurde auf der Wiese hinter dem Dorfgemeinschaftshaus getrunken, gefeiert und Fußball gespielt. Der Auftritt der Punkband Reiszwecken sorgte gleich zu Beginn für eine besonders gute Stimmung, was die Jungs hauptsächlich ihrer mitangereisten Fangemeinde zu verdanken hatten.
Nach jedem Song gab es Gegröle und donnernden Applaus, einige Fans stürmten sogar die Bühne, um ihre Band mit einem Plakat zu unterstützen oder selbst mit zu musizieren. Dieser gelungene Auftakt verschaffte auch den anderen Bands einen guten Start. Den ganzen Abend wurde wild getanzt und mitgesungen. jah

 

 

 

 

 

 

Presseartikel vom 24.03.2007 Goslarsche Zeitung

 

 

Gegen Rechts: Vienenburger Projekt initiiert Veranstaltungsreihe

VIENENBURG. „Wir wollen die Jugendliche erreichen, bevor es die NPD tut“, erklärt Stefan Stahl, Vorsitzender des Stadtjugendrings, die Idee des „Projekts für Demokratie und Toleranz“, Jugendliche für rechtsextreme Ideen immun zu machen.
Sie sammelten Informationen gegen Rechtsextremismus und anschließend begann die Öffentlichkeitsarbeit: „Wir haben wahllos Menschen angesprochen, ob sie Interesse am Mitmachen hätten, Menschen aus den demokratischen Parteien, Menschen die wir für Freunde der Demokratie hielten“, berichtet Stahl. Ende Januar dann die erste Zusammenkunft mit dem Ergebnis, eine Veranstaltungsreihe ins Leben zu rufen: „Auftakt wird ein Rockkonzert im Dorfgemeinschaftshaus Lochtum am 14. April sein. Es folgt ein Sporttag am 28. April in Lochtum. Außerdem sollen Jugendliche einen Film drehen“, erzählt er. „Mit diesen Aktionen wollen wir die Jugendlichen von der Straße wegholen“, sagt Ralf Jahns, Ordnungsamtsleiter der Stadt, der auch beim Projekt mitwirkt.
Angedacht ist auch, im Sommer eine Ausstellung gegen Rechtsextremismus zu zeigen. Sie soll von engagierten Bürgern betreut werden. Für Interessierte, die mitmachen wollen, steht das Bündnis jederzeit offen. Zu erreichen ist Stahl im Jugendzentrum unter der Telefonnummer (0 53 24) 31 53. ag

 

Leider unterlief Redakteur Andreas Gehreke ein Fehler, Stefan "Stahl" heißt nämlich in Wirklichkeit Stefan Stark.